Unsere Produktionsverfahren

Wir realisieren folgende Gussverfahren:

Gussverfahren
* in kalterstarrenden Formstoffsystemen und Kernblockverfahren
** in binderfreiem Quarzsand und Formkasten

Schwerkraftguss
Beim Schwerkraft-Sandguss werden Sandkerne in die Gießform eingelegt. Die Befüllung der Gießform mit der Metallschmelze erfolgt bei Atmosphärendruck durch die auf die Metallschmelze wirkende Schwerkraft.
Bei jedem Gießvorgang werden neue Formen und Sandkerne benötigt (daher „verlorene Kerne“). Durch die Verwendbarkeit von Kernen hat der Sandguss den Vorteil großer konstruktiver Gestaltungsfreiheit: Hinterschnitte im Gussteil sind im Gegensatz zu Druckguss möglich.

Niederdruck-Sandguss
Das Niederdruckverfahren unterscheidet sich vom Schwerkraft-Gussverfahren im wesentlichen nur durch die Art der Einbringung der Schmelze in die Form. Das flüssige Metall wird unter einem Überdruck von 0,2 bis 0,5bar von unten in die Form eingespeist und erstarrt unter diesem Druck. Die dadurch erzielte, nahezu ideale gerichtete Erstarrung des Gussteils ist ein wesentlicher Grund für die Hochwertigkeit von Niederdrucksandguss. Beim Niederdruckgussverfahren ist eine doppelte Wärmebehandlung möglich.

Vakuum-Sandguss
Bei diesem Verfahren fällt als erstes das ungewöhnliche Verdichtungssprinzip mit Formkastenevakuierung durch Anlegen eines Vakuums auf, welches den Einsatz binderfreier, reiner Quarzsande erlaubt. Die Verdichtung des Formballens erfolgt über Vibrationsverdichtung des binderfreien Formsandes und gleichzeitiges Einstellen eines Vakuums, welches im Raum zwischen den Formkastenwänden und am Formstoff angelegten Folien als Dichtungsmaterial erzeugt wird. Die von außen auf den evakuierten Formraum wirkende Luft sorgt mit ihren Druck für eine dichte und gießfeste Formstoffpackung im evakuierten Formraum, was von dem vakuumverpackten Kaffee bekannt ist. Da ausschließlich physikalische Vorgänge zur Anwendung kommen, spricht man deshalb auch von einer physikalischen Verdichtung im Gegensatz zu den Verdichtungs- und Verfestigungsverfahren, bei denen chemisch oder mechanisch aktivierte Oberflächenprozesse von zugesetzten Binderkomponenten die Formstofffestigkeit einstellen.
Beim Vakuumformverfahren stabilisiert und verdichtet der luftleere Raum den Formstoff so stark, dass dieser, solange das Vakuum anliegt, eine gießfähige Formstabilität hat, die ein konturgenaues Herstellen von Gusskörpern zulässt. Die isolierende Wirkung des Vakuums ist für die Erstarrungsbedingungen in der Form ausnutzbar und wirkt gleichzeitig wärmeisolierend gegenüber der Modelleinrichtung und Anlagentechnik. Der besondere Vorteil der physikalischen atmosphärischen Verdichtung des binderfreien Sandes liegt darin, dass der Formvorgang ständig unter gleichen Bedingungen abläuft, was eine sehr hohe Reproduzierbarkeit der Formungsergebnisse und damit der gesamten Produktion bei Serienfertigung zulässt.

Modellbau
Generell werden heute die Modelle nach den 3D-CAD-Daten gefertigt. Damit lassen sich selbst die komplexesten Formen in noch höherer Genauigkeit fertigen, was sich in einer entsprechend hohen Gussqualität widerspiegelt. Erweiterte Anwendungen bezüglich der Bauteilgestaltung und Wirtschaftlichkeit der Modellherstellung ergeben sich durch die Nutzung der 3D-CADDaten des Gussteils und die generativen Fertigungstechniken (LOM, SLS und ST) im Werkzeugbau, wodurch komplexere Gusskörper und preiswerte Modelle für die Einzelteil- und Kleinserienfertigung zeitlich schnell gefertigt werden können. Damit ist das Vakuumformverfahren unter qualitativen Aspekten ein interessantes Verfahren für den Kleinserienbereich, wenn hochgenaue und saubere Gussteile benötigt werden.